Das ist neu an Drupal 9

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Drupal 9 Logo

Was ist Drupal?

Drupal ist nicht nur ein klassisches Content-Management-System zum Verwalten digitaler Inhalte sondern auch eine 20 Jahre lange Erfolgsgeschichte, wenn es um eine moderne Plattform zum Erstellen ansprechender Nutzererlebnisse geht.

Angefangen hat alles im Jahr 2000. Damals war Dries Buytaert, der Erfinder von Drupal und Gründer der Drupal-Community, dabei eine Nachrichten-Website mit einem Web-Forum entwickeln. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt an der Universität von Antwerpen und entschied sich dafür seine teure Standleitung ins Internet mit seinen Freunden zu teilen.

Dries suchte nach einer Lösung Nachrichten zu teilen, die alle Nutzer des Netzwerks über den Netzwerkstatus informierten, Bescheid zu sagen, dass es Essen gab oder einfach lustige Statusmeldungen zu hinterlassen.

Nach dem Abschluss des Studiums wollte Dries mit seinen Freunden in Kontakt bleiben. Also entschied er sich die Seite online zu stellen und ein Name war geboren: drop.org. Nachdem Dries einen Tippfehler gemacht hatte, als er die Domain registrierte und statt drop Dorp eingab. (Dorp bedeutet Dorf im niederländischen und Dries kommt aus den Niederlanden) stellte er fest, dass die Domain dorp.org noch nicht vergeben war. Und nichts passte besser um mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben als dorp.org, man sagt ja auch „Die Welt ist ein Dorf".

Eine Gemeinschaft findet sich auf dorp.org

Dorp.org wurde mit der Zeit eine bekannte Anlaufstelle im Netz für eine ganz neue Nutzergruppe, vor allem als die Nutzer der Webseite damit begannen sich über neue Webtechnologien wie Forenmoderation, das Zusammenführen von RSS-Feeds, Nutzergenerierte Bewertungen und die Möglichkeit unterhielten, sich nur mit einem Benutzerkonto an mehreren Webseiten gleichzeitig anzumelden. Dorp.org wurde, angetrieben von den stattfindenden Diskussionen, langsam aber sicher zu einer experimentellen Spielwiese. Die Technologien, über die man diskutierte, wurden auf dorp.org direkt ausprobiert und der Funktionsumfang der Software, mit der die Webseite betrieben wurde, wuchs stetig an.

Drupal wird Open Source

Ein kleines bisschen später, im Jahr 2001 veröffentlichte Dries die auf dorp.org eingesetzte Software unter dem Namen Drupal. Die Idee dahinter war es anderen zu ermöglichen die Softwareplattform zu benutzen und Ihren Funktionsumfang zu erweitern, damit Nutzer mit neuen Ideen mithelfen konnten die Software zu verbessern. So entstand das, was wir heute Drupal nennen. Aus dem kleinen Dorf dorp.org ist mittlerweile die Community drupal.org geworden, die nach letzten Erhebungen aus 1,3 Millionen Benutzern besteht, von denen ein Großteil bis heute damit beschäftigt ist, die Plattformlösung Drupal als lizenzkostenfreie Software weiter zu entwicklen und zu verbessern.

Drupal ist ein Mythos

Gerade im deutschsprachigen Raum ist Drupal  den meisten bis heute als Baukasten zum Erstellen von Community-Plattformen im Gedächtnis. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Grenzen zwischen der eigentlichen Software Drupal und der Drupal Community fließend sind. Drupal ist untrennbar mit den Menschen in seiner Community verbunden. Das ist auch gut so. Drupal ist bis huete das Werkzeug mit dem die Comunity auf Drupal.org erstellt wurde. Das ist auch heute noch so. Aber Drupal ist längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen und heute die Grundlage für viele Webseiten großer Unternehmen und Persönlichkeiten in unterschiedlichsten Branchen. Darunter zählen die Webseiten von Amnesty International, Lady Gaga, die Webiste des Playboy, dem Duden und Seiten von Magazinen wie der Bunten, sowie die Seite der Grammy Awards. Kurz gesagt: Drupal kann mittlerweile weit mehr als nur Community-Plattformen zusammensetzen.

Das ist Drupal 9

Dries Buytaert
Die große Sache an Drupal 9 ist, das Drupal 9 kleine große Sache sein darf!
- Dries Buytaert

Mit diesem Satz ist so unglaublich treffend gesagt, worum es bei Drupal 9 geht, dass es selbst der Drupal Community nicht einfach fällt, die Vorteile der eigenen Software zu beschreiben. Damit du verstehst, was dieser Satz genau bedeutet, muss ich im zweiten Teil unserer Geschichte zunächst ein wenig ausholen:

Drupal ist naturgemäß eine versionsbasierte Software. Das bedeutet, dass der Quelltext der Version 6 beispielsweise ein anderer ist, als der der Version 7 und so weiter. Auch dann, wenn Drupal im Grunde immer noch so aussieht wie Drupal, hat sich unter der Haube zwischen Drupal 6 und Drupal 7 einiges getan. Zwischen Drupal 7 und Drupal 8 bestehen ebenfalls gravierende Unterschiede und in Drupal 9 hat die Drupal Community endlich einen Weg gefunden, Drupal mit zukunftssicherem Support zu versorgen, ohne dabei in jeder Hauptversion das komplette Kernsystem neu erfinden zu müssen.

Drupal 7 war und ist immer noch eine komplette Eigenentwicklung der Drupal-Communiy. Die Software ist so gut, dass Drupal 7, obwohl die erste Version davon bereits im Januar 2011 veröffentlicht wurde, bis November 2022 mit Sicherheitsupdates versorgt werden soll. Die Nachfolgeversion Drupal 8 gibt es nun bereits seit 2015 also immerhin bereits 5 Jahre und trotzdem haben viele Drupal 7 Nutzer hierzulande immer noch nicht damit angefangen, ihre Webprojekte auf Drupal 8 umzustellen.

Zu groß waren den Nutzern die Änderungen unter der Haube zwischen Drupal 7 und Drupal 8. Die Migration zwischen den beiden Versionen war vielen zu umständlich und zu aufwendig. Genau das soll mit Drupal 9 jetzt anders werden. Drupal 9 soll also die meisten der neuen Funktionen, die bereits für Drupal 8 entwickelt wurden weiter ausbauen und alle, die bis jetzt noch skeptisch sind und sich deshalb bereits weit mehr als die regulären 5 Jahre immer noch mit Drupals Version 7 beschäftigen die Vorteile und die neuen schicken Funktioenen von Drupal 8 nahe bringen.  Dafür hat die Drupal Community seit 2015 jede Menge getan und die Verbesserungen gehen kontinuierlich weiter. Auf diese Weise soll Drupal wieder als die unschlagbare Lösung wahrgenommen werden, die sie ist, wenn es darum geht, digitale Plattformen zu erstellen oder die Digitalisierung in deutschen Unternehmen voranzutreiben. Dass Drupal 9 durchaus die konsequente Weiterentwicklung von Drupal 7 und Drupal 8 ist, erkennt man an der Liste der folgenden Neuerungen und Features. Echte neue Funktionen sollen in Drpal aber bewusst erst wieder in Version 10 eingeführt werden.

Uneingeweihte könnten nun auf die Idee kommen, dass Drupal 9 den Aufwand gar nicht wert ist. Schließlich bekommt Drupal 9 bis auf eine optische Schönheitskorrekturen keine wesentlichen Neuerungen. Aber weit gefehlt. All diejenigen, die ihre Webseiten immer noch auf Drupal 7 betreiben, profitieren mit dem Upgrade auf Drupal 9 nicht nur von den Features, die für Drupal 8 entwickelt wurden, sondern auch von einer wesentlich schlankeren und stabileren Code-Basis, die so zukunftssicher ist, dass groß angelegte Migrationsprojekte, wie sie von Drupal 7 auf Drupal 8 notwendig sind, zukünftig endgültig der Vergangenheit angehören. 

Das sind die Neuerungen in Drupal 9

Drupal 9 bietet das einfachste Update-Verfahren seit 10 Jahren.
Drupal 9 basiert nun auf externen Komponenten der PHP-Community und ist damit noch sicherer und robuster als Drupal 7.
Drupal 9 enthält keine veralteten Abhängigkeiten mehr, die notwendig sind, damit Drupal 6 und Drupal 7 Seiten auf die nächste Version aktualisiert werden können. Damit ist Drupal 9 wesentlich schlanker und redundanter als sein Vorgänger.
Drupal 9 legt den Grundstein für das kontinuierliche Einspielen neue Funktionen und automatischer Aktualisierungen.
Drupal 9 legt mit ausgesuchten Community-Initiativen Wert darauf, sowohl das Frontend, als auch den Verwaltungsbereich der Software benutzerfreundlicher und zugänglicher zu machen.
Drupal 9 hat eine klare Roadmap bekommen, damit der Support-Zeitraum der Softwre bis Drupal 10 an die Support-Zyklen der Frameworks und Bibliotheken, die von Drupal langfristig genutzt werden sollen, angepasst werden können.
Drupal 9 erhält unter der Haube Symphony 4.
Drupal 9 erhält zum Start keine neue Features, damit sich die Community auf die aktuell noch  unfertigen Features, wie beispielsweise automatische Aktualisierungen und die Verzahnung mit Composer 2.0 konzentrieren kann.